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Wie kann es zu Rechenschwäche kommen?

Das ist doch alles nur genetisch. – Naja, so einfach ist es nicht. Etwa 7 % der Weltbevölkerung sind von Rechenschwäche betroffen. So ist eine genetische Disposition Voraussetzung für eine Entwicklung der Rechenschwäche, doch andere Faktoren können die Ausprägung fördern oder abschwächen.

Die Entwicklung mathematischer Kompetenzen setzt schon früh ein. So können etwa Babys schon vor ihrem ersten Geburtstag Mengen von viel oder wenig unterscheiden. Mit der Sprachentwicklung geht das Erlernen grundlegender Zählprinzipien einher und die ersten arithmetischen Fähigkeiten prägen sich aus.

Genau wie die Sprachentwicklung, die sich nur dann entfalten kann, wenn ein entsprechendes Angebot der Umgebung des Kindes stattfindet, kann das Kind auch seine mathematischen Fähigkeiten entwickeln. Im Vorschulalter lernt das Kind Zahlenwortreihen, Mengen zu unterscheiden und mit ihnen zu operieren. Einfache Rechnungen wie 1 + 2 werden erprobt und wiederholt. Irgendwann wird das Ergebnis von 3 vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis transferiert, wo es später sicher abgerufen werden kann. Man spricht von Automatisierung.

Leider spielt auch nach wie vor die Geschlechterzugehörigkeit eine Rolle bei der Entwicklung mathematischen Denkens. Das Spielangebot für Jungen fördert eher mathematische Kompetenzen. Nicht zuletzt benötigt man zum Beispiel für wettkampforientiertes Spielen wie Wettrennen oder „Wer hat mehr Autos?“ ein Mengen- oder Zahlenverständnis.

 

Wie zeigt sich eine Dyskalkulie?

Meist werden die Probleme in der zweiten Schulstufe sichtbar. Wenn der Zahlenraum 20 überschritten wird, reichen die Finger zum zählenden Rechnen nicht mehr aus. Die Begriffe wie dazugeben, wegnehmen, malnehmen oder teilen werden nicht verstanden. Die Frustrationstoleranz sinkt und es kommt immer öfter zu Stress und Streit, wenn es um Mathematik geht.

Hinweise auf eine Dyskalkulie gibt es mit Sicherheit schon vor der zweiten Klasse. Leider halten sich Missverständnisse wie „Das Kind muss nur mehr Üben, dann wird das schon.“ Oder „Das wächst sich aus, das Kind braucht nur mehr Zeit.“, hartnäckig.

Manche Kinder entwickeln erstaunliche Strategien, um ihre Schwäche in Mathematik zu kompensieren. Es erfordert eine ungemeine Denkleistung zum Beispiel beim Einmaleins jede Reihe von vorne wie ein Gedicht in Gedanken aufzusagen, um möglichst schnell zur gewünschten Rechnung zu kommen. Mit einer Mischung aus ungeheurem Übungsaufwand, Kompensation und Vermeidungsstrategien schaffen es manche Kinder auch bis in die Oberstufe. Dieser Druck und diese Anstrengung wären vermeidbar.

Die gängigen Hinweise, ob eine Rechenschwäche vorliegt sind:

  • Braucht Ihr Kind lange für Rechnungen?

  • Gelingt das Vorwärts- oder Rückwärtszählen nicht?

  • Kann Ihr Kind die Nachbarzahlen einer Zahl nennen?

  • Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Kind das Gelernte schnell wieder vergisst?

  • Ist die Mathe Hausaufgabe ein rotes Tuch für Ihr Kind?

  • Zehnerüberschreitungen oder -unterschreitungen gelingen nur schwer?

  • Verwendet Ihr Kind (heimlich) immer wieder die Finger beim Rechnen?

  • Ihr Kind übt mehr als andere Kinder und kommt trotzdem nicht voran?

  • Ist Ihr Kind unsicher bei Sachaufgaben?

  • Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Kind oft ratet und unsicher ist, in Bezug auf Ergebnisse?

  • Frust und Anspannung sind sichere Begleiter bei Mathe-Aufgaben.

Mein Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, aber auch an Erwachsene

Können Sie für Ihr Kind oder für sich einige der oben genannten Fragen mit „JA“ beantworten?

In einem kostenlosen Erstgespräch können wir gemeinsam die Möglichkeiten klären. Nach einer fundierten Diagnose erstelle ich für Sie oder Ihr Kind einen Förderplan, der laufend überprüft und angepasst wird.

Ablauf

  • Erstgespräch ca. 30 Minuten

  • Erstellung der Förderdiagnostik ca. 120 Minuten
                  Anamnesegespräch
                  Standardisierte Testung
                  Diagnose Interview
                  Fehleranalyse
                  Erstellung des Förderplans

  • Training  empfohlen wöchentlich ca. 50 Minuten
                  kurzer Vor- und Nachbesprechung mit den Eltern

  • Zusammenarbeit mit der Schule
                  Der Austausch mit der Schule ist für die Entwicklung des Kindes förderlich. Wenn es von
                  beiden Seiten gewünscht ist (Eltern, Schule), biete ich die Möglichkeit der Zusammenarbeit.

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