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Elternsprechtag

Keiner mag sie – Elternsprechtage!

Jedes Gespräch, von dem man vorher nicht weiß, wozu man es eigentlich führt, empfindet man grundsätzlich schon als Zeitverschwendung. Egal, ob du als Mutter zum alljährlichen Elternsprechtag gehst oder ob du in die Schule bestellt wirst, es ist immer wichtig zu wissen, worum soll es eigentlich gehen.


Wozu also?

Außerdem ist es gut, wenn du dir bewusst machst: Wir (Eltern) und sie (Lehrkräfte) stehen auf derselben Seite. Als Mutter oder Vater möchtest du dein Kind möglichst gut durch die Schulzeit bringen. Dein Kind soll sich gut aufgehoben fühlen, es soll seine Potentiale entfalten können und soll da gefördert werden, wo es Unterstützung braucht. Eine Lehrerin oder ein Lehrer hat bestenfalls dasselbe Ziel, schlechtesten falls möchte sie oder er einfach keine Probleme im Berufsalltag.


Abgesehen neben dem Zeitpunkt und dem Ort des Treffens, kläre im Vorfeld, was besprochen werden soll. Ich empfinde es auch als hilfreich, wenn man die Länge des Gespräches vorher festlegt. Es soll natürlich beim Gespräch selbst keine Stoppuhr mitlaufen, aber ein Richtwert ist schon ganz gut. Legt der Lehrer beispielsweise eine Zeit von ca. 10 Minuten fest, so kannst du dich auf einen kurzen informativen Austausch einstellen. Meint er allerdings, man soll sich schon eine Stunde Zeit nehmen, ist es gut dies vorher zu wissen.


Ein Klassiker: Ich werde von der Lehrerin meiner Tochter zu einem Elterngespräch in die Schule gebeten. Ich frage nach, was der Anlass des Gespräches ist: Ihr Kind schwätzt immer und stört dauernd den Unterricht. – Alles klar!


Rede mit deinem Kind!

Wenn diese Eckpunkte geklärt sind, solltest du einige Tage vorher das Gespräch mit deinem Kind suchen. Erzähle deinem Kind von dem anstehenden Gespräch und vom Inhalt. Frage dein Kind nach seiner Meinung dazu. Dieser Einblick in die Bedürfnisse deines Kindes sind sehr wichtig für das Gespräch, denn schließlich geht es ja um das Kind. Dein Kind fühlt sich so auch mit einbezogen und hat nicht den Eindruck, die Erwachsenen reden hinter seinem Rücken. Vielleicht äußert das Kind auch seine Anliegen oder sogar Ängste. Vereinbare unbedingt mit deinem Kind, was du davon auch weitergeben darfst. Wenn dir dein Kind etwas erzählt, von dem es nicht will, dass es in die Schule getragen wird, so respektiere seinen Wunsch.


Ich erzähle meiner Tochter von dem Gesprächstermin und frage sie, warum die Lehrerin der Meinung sein könnte, dass sie den Unterricht stört. Meine Tochter erzählt mir, dass sie ganz oft aufzeigt, aber nie drangenommen wird. Wenn sie dann einmal nicht aufzeigt, weil sie die Antwort nicht weiß, dann nimmt die Lehrerin sie dran. Das findet sie doof und daher ist sie auch schon ein paar Mal laut geworden und hat sich bei ihrer Nachbarin darüber aufgeregt.


Bedenke auch, dass das was dir dein Kind erzählt, die Sichtweise deines Kindes ist. Und zu jeder Geschichte gibt es bekanntlich mehrere Sichtweisen.


Gesprächsregeln

Wenn der Zeitpunkt gekommen ist und man sitzt sich als Elternteil und Lehrkraft gegenüber schaden ein paar einfache Kommunikationsregeln nicht: Beginne mit Smalltalk und sei es über das Wetter. Das nimmt die Spannung raus und schmiert die Stimme.

Meist eröffnet die Lehrkraft das Gespräch und legt ihre Sicht der Dinge dar. Höre dir die Position der Lehrkraft an. Wenn du an der Riehe bist, sprich deine Sorgen sachlich an. Erzähle von dem was dir dein Kind erzählt hat. Sprich die Sorgen oder Ängste dahinter an und/oder welche Emotionen damit verbunden sind. Vorwürfe und Schuldzuweisungen bringen dich nicht weiter. Das Ziel sollte immer sein, eine gemeinsame Lösung zu finden.


Nicht alle Lehrkräfte sind in den Kommunikationsregeln geschult oder können diese berücksichtigen. Da kommt es auf deine Bereitschaft und Geduld an. „Ihr Kind schwätzt immer und stört dauernd den Unterricht.“ – „Erklären Sie mir bitte, was sie unter >immer< und >dauernd> verstehen? Wie oft während einer Unterrichtsstunde? In welchen Situationen besonders?“


Ich erkläre der Lehrerin die Sichtweise meiner Tochter. Sie ist frustriert, da sie nicht zeigen kann, was sie weiß. Im Gegenteil, dann wenn sie die Antwort nicht weiß, fühlt sie sich bloßgestellt. Diese Frustration äußert sie dann lautstark oder wendet sich ihrer Nachbarin zu und beschwert sich über die gemeine Lehrerin.


Am Ende des Gespräches finde ich es hilfreich, wenn man ein kurzes Resümee zieht. Werden Vereinbarungen getroffen, können die auch wiederholt oder sogar schriftlich festgehalten werden. Sollte ein Folgetermin notwendig sein, so kann dieser gleich vereinbart werden.



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